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Ein Licht für Friede und Hoffnung – DIY-Kerzenständer in der IFK-3

Und es werde Licht!

Welches Symbol verbinde ich mit Licht? Welche Bedeutung hat Licht für mich?

Die Schüler*innen der IFK-3 (Internationale Förderklasse) haben sich im Fach Religion bei Frau Imort und Herrn Huhn zum Einstieg der Lernsituation mit Lichterfesten in unterschiedlichen Religionen befasst: im Islam, Judentum und im Hinduismus.

In der Weihnachtswerkstatt sollte zum Thema Licht anschließend ein Do-it-yourself-Produkt entstehen: ein Kerzenständer aus Beton und Haselnussruten.

Am ersten Workshoptag haben die Schüler*innen zunächst alle benötigten Materialien an Ihrem Arbeitsplatz eingerichtet: einen Becher für den Betonfuss, Kunststoffgitter für die Stabilität des Betons und der Holzstöcke, einen Gummiring und ein bisschen Öl, um die Innenseite der Becher zu bestreichen, damit sich der Beton nach der Härtung leichter aus den Eimern lösen lässt.

Die Schüler*innen haben die Stöcke auf unterschiedliche Längen geschnitten, damit die Kerzen auf drei unterschiedlichen Höhen platziert werden können. Hier war gegenseitige Hilfe notwendig, damit es gelingt, die Stöcke gerade abzuschneiden und nicht abzuplatzen. 

Jede*r Schüler*in hat einen Kerzenständer erstellt, den sie auch für sich behalten dürfen. Für diejenigen, die am ersten Tag krank waren, wurde in Gemeinschaftsarbeit ein Modell vorbereitet, damit auch sie die Möglichkeit haben, am 2. Workshoptag den Kerzenständer fertig zu gestalten. 

Auch für unser Schulleitungsduo, Frau Merkenich und Herrn Rathmann, haben die Weihnachtswichtel einen Kerzenständer als Geschenk gebaut, aber psst….geheim!

Am zweiten Workshoptag musste der Betonfuss vorsichtig aus dem Eimer gelöst werden und jetzt war Geschicklichkeit gefragt: einige hatten noch nie gebohrt und einen Akkubohrer in der Hand gehabt. 

Wie funktioniert so ein Bohrer?

Die Stöcke oben gerade abzuschneiden war auch nicht ganz einfach. Die Kerzentüllen müssen gerade sein, damit die Kerzen senkrecht aufgesteckt werden können. Die Tüllen haben die Schüler*innen dann auf die Stöcke aufgeschraubt.

Nach dem Aufräumen war noch Zeit, unser kleines klasseninternes Lichterfest vor der Schule zu feiern: wir haben bei Chutney-Broten unsere Lichter bestaunt und beim Kerzenausblasen durfte sich jede*r etwas wünschen.

Was bedeutet wünschen? 

Wünschen bedeutet, dass Du jetzt etwas gerne hättest, aber es ist noch nicht da.

Ok. Dann wünsche ich mir Frieden.

Text Wolfgang Huhn

Bilder Clara Imort und Wolfgang Huhn

Mehsen Shubat vor der Klasse

Es ist nie zu spät, den richtigen Weg einzuschlagen

Die beeindruckende Entwicklung von Mehsen Shubat

Manchmal sind es genau diese Geschichten, die uns daran erinnern, warum wir tun, was wir tun. Mehsen Shubat ist ein ehemaliger Schüler unserer Schule, der vor fünf Jahren die Ausbildungsvorbereitung (AVB) bei uns besucht hat. Damals gehörte er zu den Schülern, die besonders viel pädagogische Aufmerksamkeit und Unterstützung benötigten und das hatte gute Gründe.

Ein steiniger Weg

Mehsens Geschichte begann mit großen Herausforderungen: Als kleiner Junge kam er aus Syrien nach Deutschland und musste sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtfinden. Die Jahre in der Ausbildungsvorbereitung (AVB) waren geprägt von Schwierigkeiten und der Suche nach Orientierung.

Nach seiner Zeit bei uns geriet Mehsen leider in falsche Kreise und rutschte in ein Milieu ab, das ihn schließlich bis in die Justizvollzugsanstalt führte. Doch genau dort erlebte er ein einschneidendes Ereignis, das ihm die Augen öffnete und ihn dazu brachte, sein Leben grundlegend zu überdenken.

Die Wende zum Erfolg

Mehsen schaffte es, sich vom falschen Weg abzuwenden und zurück auf den richtigen Pfad zu finden. Er absolvierte eine Ausbildung zum Sicherheitsfachmann und legte damit den Grundstein für seine beeindruckende Karriere. Heute leitet Mehsen eine eigene Firma im Sicherheitsbereich mit 175 Mitarbeitern deutschlandweit: www.sskoelnerschutzteam.de Sein Unternehmen übernimmt anspruchsvolle Aufträge, wie beispielsweise die Sicherung am Zülpicher Platz am 11. November, einem der belebtesten Orte während der Karnevalszeit in Köln.

“Die meisten Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen können, und unterschätzen, was sie in einem Jahrzehnt erreichen können.” Tony Robbins

Eine inspirierende Begegnung

Das Besondere: Mehsen kam zurück an unsere Schule und erzählte unseren Schülerinnen und Schülern seine Geschichte persönlich vor mehreren Klassen. Er sprach offen über seine Fehler, seine Zeit in der JVA und den Wendepunkt in seinem Leben. Seine Botschaft war klar: Es ist nie zu spät, den richtigen Weg einzuschlagen.

Diese ehrlichen Worte eines ehemaligen Schülers, der selbst durch schwierige Zeiten gegangen ist, haben unsere Schülerinnen und Schüler tief beeindruckt und zum Nachdenken angeregt.

Eine Inspiration für uns alle

Mehsens Geschichte ist eine Inspiration, nicht nur für unsere aktuellen Schülerinnen und Schüler, sondern auch für unser gesamtes Kollegium. Sie zeigt, dass jeder Mensch Potenzial hat, dass Fehler Teil des Lebens sind und dass es möglich ist, aus ihnen zu lernen und gestärkt daraus hervorzugehen.

Wir sind unglaublich stolz auf Mehsen und dankbar, dass er den Mut hatte, seine Geschichte mit unseren Schülerinnen und Schülern zu teilen. Geschichten wie diese motivieren uns jeden Tag aufs Neue, an jeden Einzelnen zu glauben und niemanden aufzugeben.

Herzlichen Glückwunsch, Mehsen!

Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg!

Redaktion: Alex Weber

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Unsere Schule durch die Kamera der FOS 12

Wie wirkt unsere Schule auf ganz unterschiedliche Menschen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Jahrgangsstufe 12 der Fachoberschule Gestaltung im Fach Mediendesign. Die Schüler*innen entwickeln und produzieren kurze Imagefilme, die zeigen, wie vielfältig unsere Schulgemeinschaft ist und wie unterschiedlich man sie erzählen kann.

Die Aufgabe: Jede Gruppe wählt eine konkrete Zielgruppe – etwa besorgte Eltern, unmotivierte Schülerinnen, LGBTQ-Jugendliche oder Menschen, die mit Geflüchteten arbeiten – und denkt deren Blick konsequent mit. Es geht um passende Bilder, verständliche Botschaften, stimmige Musik und eine klare Geschichte.

Auf der Homepage werden neben diesem Artikel zwei Filme als Beispiele zu sehen sein: Ein Team richtet seinen Film an Menschen, die geflüchtet sind. Der Clip zeigt Szenen aus dem Unterrichtsalltag, die Sprecherstimme übernimmt der Englischlehrer. Allein die Planung dafür – die Aufnahmen in verschiedenen Klassen, die Abstimmung von Text und Bild- verlangte viel Organisationstalent. Im zweiten Ergebnis hat die Gruppe gezielt ein KI-Tool zur Gestaltung der Sprechstimme eingesetzt, um Tonfall und Wirkung passgenau zur Zielgruppe auszurichten.

Die Schüler*innen trainieren dabei Teamarbeit, Projektplanung, Kamera- und Schnitttechnik sowie die gezielte Ansprache verschiedener Zielgruppen. Vielen Dank an die FOS 12 für Engagement und Kreativität!

Redaktion: © Christine Mai

Spendensammeln zum Welt-Aids-Tag mit Chutney-Tasting der IFK-3

Dieses Jahr starten wir mit dem Slogan Mitmachen – informieren – Solidarität zeigen in den Welt-Aids-Tag – und nehmen diesen Aufruf wörtlich…

Das Team Schule-der-Vielfalt hat wieder zusammen mit der SV einen Info- und Aktionsstand aufgebaut. Neben einer Vielzahl von Infomaterialien rund um das Thema HIV und Aids haben wir auch rote Schleifen und Kondome verteilt. Nach wie vor ist es wichtig, dass man sich über HIV und AIDS aufklärt und Bescheid weiß. Hierzu standen auch Infos in Ukrainisch, Arabisch und Türkisch bereit. 

Vielen Dank für die zahlreichen Kuchenspenden für unsere Sammelaktion – die freiwilligen Geldspenden übergeben wir der Aids-Hilfe-Köln. Dieses Jahr sind 163,43 Euro zusammengekommen – ein richtig tolles Ergebnis!

Besonders hat die IFK-3 (Internationale Förderklasse) die Aktion mit einem Chutney-Tasting unterstützt.

Die Schüler*innen haben im Unterricht bei Frau Imort und Herrn Huhn mit der mobilen Küche verschiedene Chutneys in Teamarbeit gekocht. 

Zuerst haben wir die Hygieneregeln mit Piktogrammen und Bildern kennengelernt. Anschließend haben die Schüler*innen überlegt, welche Zutaten Sie benötigen und haben Einkaufszettel und Rezepte formuliert. 

Die Schüler*innen hatten sehr kreative Ideen, so gab es z.B. ein Kartoffel-Chutney mit Mandeln und Rosinen oder ein Erdbeer-Mango-Chutney.

Die Schüler*innen haben sehr gut zusammengearbeitet und sich gegenseitig unterstützt: Zutaten zerkleinern, kochen, aufräumen, abwaschen.  So haben wir in vier Unterrichtsstunden etwa 20 Einweckgläser Chutney einwecken können.

Wir haben mitgemacht, haben uns informiert und Solidarität gezeigt – herzlichen Dank an alle Mitwirkenden.

Foto  Dominik Winkel, Wolfgang Huhn, Clara Imort, Manisha Berkigt

Text Wolfgang Huhn

Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald

Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald

Es gibt Orte, die unsere Sichtweisen und Perspektiven wandeln. Orte, die wir mit bestimmten Erwartungen betreten, nur um zu erkennen, dass unser Erleben diese weit übersteigen. Die Gedenkstätte Buchenwald ist so ein Ort – einer, der sich tief ins Gedächtnis einprägt und dessen Geschichten uns begleiten, auch nachdem wir gegangen sind. Die Erfahrungen, die unsere Gruppe von 19 Schüler*innen, begleitet von Herrn Peldszus und Frau Danyel, in vier Tagen in der Gedenkstätte sammeln durfte, lassen sich nur schwer in Worte fassen.

Viele stille, bewegende Momente bleiben uns in Erinnerung. So etwa der Gang durch das Lagertor mit der Inschrift „Jedem das Seine“, gefolgt von einem Blick über das weite Gelände, der uns für einen Moment verstummen ließ. Auch der Besuch der Verbrennungsanlage und der Massengräber ging nicht spurlos an uns vorüber.

Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald

Manchmal herrschte Fassungslosigkeit. Etwa als wir erfuhren, dass auf dem Lagergelände einst ein Zoo existierte, wo Funktionäre unweit des Stacheldrahts, im Angesicht der Häftlinge, mit ihren Familien Spaziergänge machten. Ähnlich betroffen machte uns, wie das Lager später in der DDR instrumentalisiert wurde: Ein monumentales Denkmal für den eigenen Befreiungsmythos, errichtet rund um die nationalsozialistischen Massengräber.

Unsere Tage in Buchenwald wurden begleitet von Frau Castillo-Feuchtmann, einer Mitarbeiterin der Gedenkstätte. Sie erklärte uns nicht nur die Details, sondern ermöglichte durch die Schilderung individueller Lebenswege einen Zugang zum Thema und zeigte zudem die Geschichte Weimars und die Verstrickungen der Zivilgesellschaft auf. Durch ihre Führung wurde uns die Geschichte greifbar und die Dimensionen der NS-Zeit deutlich. Buchenwald war kein Lager, abgeschieden von der Bevölkerung – vielmehr war diese am Lagerbetrieb beteiligt, etwa durch Unternehmen, die daran verdienten. Buchenwald reichte sogar bis Köln: Die Alte Messe war eine Außenstelle, in der Häftlinge untergebracht waren, um Trümmer in der Stadt zu beseitigen.

Gedenkstättenfahrt nach Buchenwald

Erschütternd waren auch Berichte über Anfeindungen, denen die Gedenkstätte täglich ausgesetzt ist. Frau Castillo-Feuchtmann erzählte, wie oft es zu Schändungen kommt, und dass Familien den Steinbruch oder sogar die Massengräber zum Schlittenfahren nutzen. Wir wurden selbst Zeugen von Situationen, in denen Besucher*innen und Ortsansässige wegen ihres Verhaltens angesprochen werden mussten. Solche Erlebnisse führten uns vor Augen, wie unterschiedlich die Lebenswelten in Thüringen und Köln sind.

In all diesen Tagen blieb Raum für Austausch und individuelle Auseinandersetzung mit den Eindrücken – sei es in der Kreativwerkstatt oder im Arbeitsraum. Am Abend brachten Tischtennis, Werwolf-Runden oder „Bares für Rares“ einen Hauch von Leichtigkeit, ein Innehalten und Durchatmen.

Die gesammelten Eindrücke sind schwer zu beschreiben. Doch bleibt bei allen das Gefühl zurück, eine nachhaltige, intensive und verbindende Erfahrung gemacht zu haben. 

© Redaktion: Nina Danyel